{"id":212,"date":"2017-10-28T15:41:38","date_gmt":"2017-10-28T15:41:38","guid":{"rendered":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/?p=212"},"modified":"2017-10-30T23:58:35","modified_gmt":"2017-10-30T23:58:35","slug":"die-haben-dort-verhandelt-und-wir-haben-hier-gekampft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/die-haben-dort-verhandelt-und-wir-haben-hier-gekampft\/","title":{"rendered":"Die haben dort verhandelt und wir haben hier gek\u00e4mpft"},"content":{"rendered":"<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2 text_comillas\">\u201cVom 20. Juli um null Uhr an ist jede Angriffshandlung gegen die staatlichen Streitkr\u00e4fte sowie gegen Einrichtungen der \u00f6ffentlichen und privaten Infrastruktur einzustellen\u201d, erkl\u00e4rte Guerillaf\u00fchrer Iv\u00e1n M\u00e1rquez (so sein Kriegsname) 2015 in Havanna.<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Bis zum 20. Juli waren schon etwa 26 Guerillak\u00e4mpfer bei einer Milit\u00e4roperation ums Leben gekommen, weshalb die FARC den vorherigen Waffenstillstand aufhob. In den Gew\u00e4ssern von Choc\u00f3 war ein Heeresgeneral entf\u00fchrt und wieder freigelassen worden. Auf Gorgona, das von den 50er Jahren bis 1984 eine ber\u00fcchtigte Gef\u00e4ngnisinsel gewesen war, war eine Polizeistation angegriffen worden. Schon vor einiger Zeit hatte die FARC einen neuen Waffenstillstand verk\u00fcndet und dann selbst wieder gebrochen. Der Angriff wurde von einigen als Grausamkeit bezeichnet, von anderen als Hinterhalt, als Ausbruch aus einem Hinterhalt, als \u00dcberfall: zehn tote Soldaten und 21 Verwundete, ausgestreckt auf dem Sportplatz eines kleinen Dorfes in Cauca. Nach Ansicht der Experten war der Juni 2015 der Monat mit den meisten FARC-Gewalttaten seit Beginn der Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Guerilla in Havanna. 83 Gewalttaten, neun Brandstiftungen an Last- und Personenwagen, vier Hinterhalte, drei Morde, 24 Angriffe auf Polizeieinrichtungen, 21 Sprengstoffanschl\u00e4ge, davon 17 gegen \u00d6lpipelines, Verkehrswege und Stromleitungen. Bis zum Juli war in Putumayo viel \u00d6l ausgelaufen, und die schwarzen Flecken in Fl\u00fcssen und B\u00e4chen sind heute noch zu sehen.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 right\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/2.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p>Dort, zwischen Puerto Vega und Tetey\u00e9, steht wie ein gewaltiger Wurm eine lange Schlange von Sattelschleppern an der Landstra\u00dfe, die nach Ecuador f\u00fchrt und bei der es sich in Wirklichkeit nur um eine Schotterpiste handelt, trotz der Tonnen und Abertonnen von Geld, die in Form von Erd\u00f6l hier vorbeistr\u00f6men. Die gewaltigen H\u00e4hne werden ge\u00f6ffnet und der z\u00e4he Strahl sprudelt heraus. Der Boden beginnt sich von den Wegr\u00e4ndern her schwarz zu verf\u00e4rben. Der Fleck erreicht die ersten gr\u00fcnen Bl\u00e4tter neben der Stra\u00dfe, dringt in das Erdreich ein, dehnt sich weiter aus und ergie\u00dft sich in den Bach, wo der Geist der Nasa-Indigenen und der Kofan lebt. Das Erd\u00f6l ergie\u00dft sich auf den Boden und erreicht vor den Augen der schweigenden Fahrer den Wald. Der Blick der Guerillak\u00e4mpfer, die mit dem Gewehr in der Hand den Befehl zum \u00d6ffnen der Ventile gegeben haben, geht in die Weite.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 \">\n<p>Das \u00d6l ist schon oft in den Boden, in das Wasser und in die Tiere eingedrungen: Tausende und Abertausende F\u00e4sser, Zehntausende Kanister, Millionen Liter. Schwarze Flecken auf den Fl\u00fcssen Putumayo und San Miguel, lebenswichtige Fl\u00fcsse, auf denen Schiffe verkehren, aus denen getrunken wird, in denen gefischt wird. Und nicht nur die Gewehre der FARC sind der Grund daf\u00fcr, dass \u00d6l ausflie\u00dft, sondern dies geschieht auch w\u00e4hrend der t\u00e4glichen Produktions- und Erkundungst\u00e4tigkeiten der gro\u00dfen \u00d6lfirmen. Wie die Bewohner der Region nachweisen konnten, gie\u00dfen diese ihre Abw\u00e4sser in Fl\u00fcsse und B\u00e4che: in San Miguel, El Diamante, Mochilero, Buenos Aires. Das verschmutzte Wasser gelangt in die Sumpfgebiete und Seen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-1 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_full pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/3.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Am 7. Juli 2015 in aller Fr\u00fche qu\u00e4lte sich eine weitere Schlange von Sattelschleppern \u00fcber die Landstra\u00dfe zwischen Mansoy\u00e1 und Santana in einem einsamen Gebiet von Putumayo. Dieser Konvoy wurde jedoch von einer Motorradeskorte der 27. Brigade begleitet. Pl\u00f6tzlich detonierte vor dem Zug ein Feuerball; im gleichen Augenblick begannen Gewehrkugeln von allen Seiten auf die Tanklaster zu prasseln. Die einen hatten den Auftrag, die Ventile zu \u00f6ffnen. Die anderen, die ebenfalls ihre Gewehre in den H\u00e4nden hielten, sollten dies verhindern.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-Texto full combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 left\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/4.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 simple \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\">\n<p>Der Konvoy, der sich mit seiner leicht entflammbaren Ladung in eine Bombe verwandelt hatte, kam zum Stillstand. Wie in einem Wildwestfilm sprangen die Fahrer routiniert aus ihren Kabinen und warfen sich so weit wie m\u00f6glich von ihren Fahrzeugen entfernt zu Boden.<\/p>\n<p>Die Angreifer feuerten von einer Anh\u00f6he aus, w\u00e4hrend die Soldaten l\u00e4ngst von ihren Motorr\u00e4dern abgesprungen und auf dem Boden in Stellung gegangen waren. Von dort aus feuerten sie ihre Gewehrsalven ab, ohne mit dem Bauch den Boden zu ber\u00fchren. Sicherlich waren inmitten des Kugelhagels Stimmen zu h\u00f6ren, Befehle, Fl\u00fcche, Hilferufe, der hat etwas abgekriegt, den hat es erwischt, Schmerzensschreie, das f\u00fchlt sich an wie ein Wespenstich, nur st\u00e4rker, und dann kommt das Blut und versaut einem die ganze Uniform.<\/p>\n<p>Der Gefechtsl\u00e4rm wurde immer lauter, Verwundete w\u00e4lzten sich am Boden, mehr als einer starb mit dem Funkger\u00e4t an der Seite. Als die Verst\u00e4rkung der Heerestruppen eintraf, waren die Angreifer l\u00e4ngst verschwunden, aber auch ein Soldat wurde vermisst.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-1 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_full pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/5.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\" style=\"text-align: right;\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1 \">\n<p>\u2013Ich war bei dieser Schie\u00dferei dabei. Wir haben uns den Mann geschnappt und auf ein Motorrad gepackt; er war verletzt. Die Wunde war an einem Arm. Wir haben ihn nicht gefesselt, obwohl wir misstrauisch waren; man wei\u00df ja nie. Aber der Genosse hat gesagt: Wir fesseln den nicht, der ist verletzt. Lasst ihn aber nicht aus den Augen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\u2013Als wir in den Hinterhalt geraten waren, habe ich gleich angefangen zu k\u00e4mpfen. Der Tote war mein Funker, der ist im Kampf gefallen. Mich h\u00e4tte es um ein Haar auch erwischt. Als ich umgekippt bin, lag es daran, dass ich mein Gewehr nicht mehr halten konnte. Als ich das Magazin gewechselt habe, habe ich den Arm zu hoch angehoben; dabei habe ich einen Schuss abbekommen. Das Gewehr ist hingefallen und ich konnte es nicht mehr aufheben. Als ich mich umgesehen habe, waren die von der Guerilla schon da.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\" style=\"text-align: right;\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 \">\n<p>\u2013Das Generalkommando der FARC-EP teilt mit, dass Leutnant Christian Moscoso Rivera, Angeh\u00f6riger der 27. Brigade der Sechsten Division des Nationalen Heeres, sich infolge der Gefechte im Bereich der Ortschaft El L\u00edbano in der Gewalt der 32. Front befindet. Seine Verletzungen sind nicht schwer wiegend; er erh\u00e4lt die erforderliche \u00e4rztliche Versorgung. Wir fordern die Regierung auf, die Suchoperationen einzustellen, um das Leben des Offiziers nicht weiter aufs Spiel zu setzen, und stattdessen die f\u00fcr eine baldige Freilassung erforderlichen Protokolle in Gang zu setzen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-Texto full combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 left\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/6.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 simple \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\">\u2013Er erz\u00e4hlte uns, dass er gedacht hat, wir w\u00fcrden ihn umbringen. In seinem Bataillon gelten wir ja als kaltbl\u00fctige Terroristen, die auf das Leben anderer Soldaten keine R\u00fccksicht nehmen. So sind wir aber gar nicht. Wir haben ihn gefangen genommen und ihm Verpflegung gegeben. Er hat sogar besser geschlafen als ein Guerillak\u00e4mpfer. Wir mussten auf einem Lager aus Bl\u00e4ttern auf dem Boden unter einer Plane schlafen, das war alles. Dieser Soldat hat eine Matratze bekommen, au\u00dferdem mussten wir vier Bretter schleppen, um ihm \u00fcberall, wo wir hinkamen, ein Feldbett aufzuschlagen. Verpflegung hat er auch bekommen: Fr\u00fchst\u00fcck, Mittagessen, Abendessen, Kaffee, alles.<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\u2013Sie haben mir gesagt, dass sie mich heilen, dass sie meine Wunden behandeln w\u00fcrden. Dass sie mich freilassen w\u00fcrden, sobald ich wieder gesund w\u00e4re. Ich habe nichts davon geglaubt. Ich habe ihnen nur gesagt, wenn sie mich umbringen, sollten sie mich irgendwo hinbringen, wo meine Angeh\u00f6rigen mich finden k\u00f6nnten. Ich habe stark geblutet. Am zweiten Tag mussten wir einen Marsch von etwa vierzehn Kilometern machen und ich habe stark geblutet. Auf einer Anh\u00f6he haben wir gerastet und sie war es, die mir das Hemd ausgezogen und es gewaschen hat. Schon am Vortag hatte sie meine Kleidung gewaschen, denn alles war voller Blut. Eliana hat das alles f\u00fcr mich getan. Obwohl sie\u2026 auch sie war bei dem Gefecht dabei.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-1 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_full pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/7.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\" style=\"text-align: right;\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 \">\n<p>\u2013Man sagt immer, dass alles seine Geschichte hat. Die Menschen, die Waffen und ganz besonders diese Gewehre, die es nur bei den Regierungstruppen gibt. Einige davon sind \u201cmade in Israel\u201d, andere \u201cmade in Colombia\u201d, aber solche Waffen gibt es nur bei denen. Das Gewehr, das ich trage, hat seine Geschichte. Wir haben es erbeutet. Ich sage \u201cwir\u201d, denn wir sprechen immer vom Kollektiv. Wir haben es bei einer milit\u00e4rischen Operation erbeutet, bei der Christian Moscoso gefangen genommen wurde. Ich wei\u00df nicht, ob es ihm geh\u00f6rte oder seinem Kameraden. Aber auf jeden Fall geh\u00f6rte es einem von beiden. Das ist schade, nicht wahr? Das zu erz\u00e4hlen, zu wissen, dass es Tote gegeben hat. Deshalb sollte man wenigstens hervorheben, wie tapfer der Mann war. Er war an einer Hand verletzt und konnte sein Gewehr nicht mehr bet\u00e4tigen; deshalb musste er sich ergeben.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 right\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/8.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p>\u2013Ich kann nicht von allen sprechen. Ich kenne euch ja gar nicht. Ich spreche von denen, die bei mir waren. Diese Guerillak\u00e4mpfer haben mich anst\u00e4ndig behandelt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\" style=\"text-align: right;\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 \">\n<p>\u2013Wir haben Nachrichten geh\u00f6rt und er wollte auch zuh\u00f6ren. Wenn man ihn bewacht hat, hat man gemerkt, dass er aufpasste. Deshalb haben wir ihn gefragt, ob er Nachrichten h\u00f6ren wollte, und er hat uns vorgeschlagen, ihm ein Radio zu schenken. Ich habe das unserem Kommandanten gemeldet, und er hat gesagt, na klar. Ein Guerillak\u00e4mpfer musste sein Radio abgeben, und er hat es bekommen. Manchmal ist das Leben so. Das Radio hat er mitgenommen, als wir ihn \u00fcbergeben haben. Er hat immer Nachrichten geh\u00f6rt. Wenn Nachrichten von Schie\u00dfereien und get\u00f6teten Soldaten kamen, dann hat er gesagt: So eine Schei\u00dfe, die Soldaten hat es erwischt. Meine armen Soldaten, hat er dann gesagt. Wir haben nicht gelacht und auch nichts gesagt. Wir haben die Klappe gehalten. Ich habe nur gesagt: Ja, im Krieg ist das halt so.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-Texto full combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 left\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/9.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 simple \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\">\u2013Dieses Gewehr geh\u00f6rte nicht mir. Es geh\u00f6rte einem Anderen. Es geh\u00f6rte zu seiner Ausr\u00fcstung und sp\u00e4ter habe ich es bekommen. Bei der FARC besitzt niemand ein Gewehr, niemand ist sein Eigent\u00fcmer, wir \u201chaben die Waffen getragen\u201d. Und wir haben sie getragen, wie es sich geh\u00f6rt. Das Gewehr ist f\u00fcr einen das Leben. Deshalb muss man es auch hegen und pflegen. So ein Gewehr wie dieses muss man gut behandeln, in erster Linie, weil es Menschenleben gekostet hat.<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 \">\n<p>\u2013Als er schon wusste, dass er freigelassen w\u00fcrde, hat er sich verabschiedet: Tsch\u00fcs Jungs. Wir haben ihm eine Frage gestellt, ein Junge von der 32. Front hat ihn gefragt, was er machen w\u00fcrde, wenn er mal einen von uns auf der Stra\u00dfe trifft. Und er hat gesagt: Nichts, ich w\u00fcrde ihm die Hand geben. Und der Guerillak\u00e4mpfer hat gesagt: sei mal ehrlich, mach uns nichts vor. Und er hat wieder gesagt: Ich w\u00fcrde ihm die Hand geben, aber der Guerillak\u00e4mpfer wollte ihm nicht glauben. Ich wei\u00df nicht, wie die Diskussion geendet hat.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 left\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/10.jpg\" \/><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/11.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 simple \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\">\n<p>\u2013Ich glaube, die in Havanna k\u00f6nnen selbst sehen, dass die Waffen, die wir abgegeben haben und die jetzt in den Containern sind, sich in erstklassigem Zustand befinden. Die Guerillak\u00e4mpfer haben ihre Waffen immer in Schuss gehalten. Der Kommandant konnte einem ja jederzeit sagen: So, jetzt will ich mir mal deine Waffe ansehen. Wenn die Waffe nicht gereinigt war, und vor allem, wenn das mehrmals vorkam, dann bedeutete das, dass man nicht w\u00fcrdig war, die Waffe zu tragen. Her mit dem Gewehr, hat der Kommandant dann gesagt, und dann hat es ein anderer bekommen, der sorgf\u00e4ltiger war. Wenn du zu faul bist, um dich um die Waffe zu k\u00fcmmern, dann bekommt sie ein anderer. Der h\u00e4lt sie dann in Schuss. Der Grund ist ja ganz einfach. Wenn man die Waffe nicht pflegt, dann taugt sie irgendwann nicht mehr. Aber wir k\u00f6nnen ja nicht zusehen und abwarten, bis es so weit ist. Wir waren ja im Krieg und da braucht man funktionst\u00fcchtige Gewehre.<\/p>\n<p>Das war so w\u00e4hrend des Konflikts. Heute reinigen wir die Waffen nur noch, damit sie gl\u00e4nzen und damit nicht so viel Schlamm rauskommt, wenn sie eingeschmolzen werden. (Gel\u00e4chter).<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\n<p>\u2013Wir haben ihn einen Monat festgehalten, oder weniger, glaube ich. Wir konnten nicht mit ihm reden, wir waren in unserem Lager und er woanders, in einer Art H\u00fctte. Er hat gedacht, wir w\u00e4ren anders. Zu einer jungen Frau hat er Vertrauen gefasst, das war eine Krankenpflegerin. Sie hat sich um ihn gek\u00fcmmert, hat ihn gef\u00fcttert, gewaschen, sie war st\u00e4ndig bei ihm. Er war der letzte, den wir in unserem Block freigelassen haben. Das war schon w\u00e4hrend des Friedensprozesses, w\u00e4hrend der Verhandlungen in Havanna. Die haben dort verhandelt und wir haben hier gek\u00e4mpft.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 \">\n<p>An diesem Tag breitete sich kein \u00d6lteppich im Wald und auf den Wegen aus. Die Kampfhandlungen verhinderten dies letztlich. Und dennoch sickert auch weiterhin Erd\u00f6l in das Erdreich und l\u00e4uft in die Gew\u00e4sser. Es str\u00f6mt aus, wenn es in einer der improvisierten \u00d6lleitungen, mit denen Erd\u00f6l aus den Pipelines abgezapft werden soll, zu einer Explosion kommt. Dann versickert es wieder vor den Augen der Bauern, die keine Gewehre, sondern nur Hacken und Erdklumpen in ihren H\u00e4nden halten.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\" style=\"text-align: right;\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\">\n<p>\u2013 Vom 20. Juli um null Uhr an\u2026 erklang von der Insel her die Stimme von Iv\u00e1n M\u00e1rquez.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-2 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-2 box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/12.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-2 box_2\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/13.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 \">\n<p>Am 20. Juli, dem Tag nach der Freilassung des letzten von der FARC entf\u00fchrten Soldaten, begann ein neuer einseitiger unbefristeter Waffenstillstand. Ein Jahr sp\u00e4ter, am 26. Juni 2016, wurde ein \u201cbeiderseitiger endg\u00fcltiger\u201d Waffenstillstand vereinbart. Ein weiteres Jahr sp\u00e4ter, im August 2017, wurden die Container mit den Waffen versiegelt, die die fr\u00fcheren FARC-K\u00e4mpfer abgegeben hatten und die nun unbrauchbar gemacht und zerst\u00f6rt werden sollen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-1 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_full pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-ellos-dialogaban-alla\/14.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\" style=\"text-align: center;\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 box_1 text_comillas\" style=\"font-size: 1.1em; font-style: normal;\">\n<p>ANMERKUNGEN<br \/>\n<br \/>\nDie Stimme eines der fr\u00fcheren Guerillak\u00e4mpfer, die hier wiedergegeben wird, haben wir in einem Restaurant im Sammelgebiet La Carmelita in Putumayo zwischen Puerto Vega und Tetey\u00e9 geh\u00f6rt. Dort erz\u00e4hlte er von den sechs \u201cschweren\u201d Gefechten, an denen er teilgenommen hatte und bei denen er dank seines Geschicks und der erhaltenen Ausbildung niemals verwundet wurde.<br \/>\n<br \/>\nDer zweite fr\u00fchere Guerillak\u00e4mpfer erz\u00e4hlte uns seine Geschichte nur wenige Schritte von seiner neuen \u00dcbergangsunterkunft entfernt, die er mit seiner Partnerin und seinem Kind bewohnt. Das Haus liegt ebenfalls im Sammelgebiet La Carmelita. Auf seinen Beinen lag ein Galil-Gewehr, das bereits mit einem Balkencode der Vereinten Nationen versehen war und das er nur wenige Stunden sp\u00e4ter in einen der hierf\u00fcr vorgesehen Container verbrachte. Im Gegenzug erhielt er die Papiere, aus denen hervorgeht, dass er seine Waffe abgegeben und somit den ersten Schritt zur Wiedereingliederung in das Zivilleben vollzogen hat.<br \/>\n<br \/>\nDer Sprecher, der meldete, dass sich der Unterkommandant der Regierungstruppen in der Gewalt der 32. Front befand, war Joaqu\u00edn G\u00f3mez (so sein Kriegsname), Kommandeur des ehemaligen Blocks S\u00fcd und Angeh\u00f6riger der FARC-Verhandlungsdelegation in Havanna.<br \/>\n<br \/>\nDie Stimme von Christian Moscoso stammt aus den Archiven von Informativo Insurgente, einer Nachrichtensendung der FARC-EP, die im Internet abrufbar ist und die am Tag der Freilassung des Unterkommandanten von kolumbianischen und ausl\u00e4ndischen Medien verbreitet wurde. Seine Stimme wurde dabei teilweise vom L\u00e4rm eines in der N\u00e4he landenden Hubschraubers \u00fcbert\u00f6nt. Vor den FARC-Kameras sprach Christian bed\u00e4chtig, so als w\u00fcrde er jedes seiner Worte genau abw\u00e4gen.<br \/>\nNachdem er seine Erkl\u00e4rung abgegeben hat, zeigt die Kamera aus dem fliegenden Hubschrauber heraus von oben die Lichtung, auf der Dutzende Guerillanageh\u00f6rige in Tarnuniformen und mit geschulterten Gewehren ihm zum Abschied zuwinken. Schlie\u00dflich sieht man von unten im Gegenlicht den Hubschrauber, der sich mit Moscoso an Bord entfernt.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gefechte, \u00d6l und Gewehre in Putumayo.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":213,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212"}],"collection":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=212"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":221,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/212\/revisions\/221"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}