{"id":268,"date":"2018-03-08T10:20:08","date_gmt":"2018-03-08T10:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/?p=268"},"modified":"2018-03-05T17:20:26","modified_gmt":"2018-03-05T17:20:26","slug":"den-wald-roden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/den-wald-roden\/","title":{"rendered":"Den Wald roden"},"content":{"rendered":"<p><!-- ============================================== Historia # ROMPER EL MONTE (GER) ============================================== --><\/p>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 Title \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100\" style=\"text-align: right; font-size: 1.2em; font-weight: 500; padding: 2em 0em 1em;\">\n<h2>WIR UND DER WALD<\/h2>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\n<p><b>I<\/b>ch bin Bauer, ein echter Bauer. Ich bin in einem Ort namens Asturias geboren, der liegt in der Provinz Tolima.<\/p>\n<p>Als wir in die Provinz Caquet\u00e1 gekommen sind, war ich 17 Jahre alt, das war 1979. Mein Opa war schon ein Jahr zuvor gekommen; der Staat hatte ihm 400 Pesos gegeben, das war damals viel Geld. Au\u00dferdem hatte er eine Machete und eine Axt bekommen und man hatte ihm gesagt: \u201eDamit k\u00f6nnen Sie jetzt mal den Wald roden\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\" style=\"padding-left: 2em;\">\n<p>Heute bin ich 55, ich bin hier heimisch geworden.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>In Tolima hatten wir nur einen kleinen Hof; meine Eltern hatten dort zwei Hektar Kaffeepflanzungen. Als die Kaffeestr\u00e4ucher erst von der Rotf\u00e4ule und dann vom Kaffeekirschenk\u00e4fer befallen wurden, ging uns das Geld aus und wir mussten fortziehen. Wir sind hierher gezogen und haben hier einen neuen Hof gekauft. Hier sind wir aufgewachsen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Sp\u00e4ter bin ich nach Florencia gezogen und dank meiner F\u00e4higkeiten war ich zwei Wahlperioden nacheinander Gemeinderat im \u201cPaujil\u201c, aber die paramilit\u00e4rischen Verb\u00e4nde hatten mich auf dem Kicker und deshalb musste ich in Bogot\u00e1 untertauchen. So verbrachte ich zehn Jahre.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 right\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/2.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p>Das war in den Neunzigern; es war der H\u00f6hepunkt des Drogenhandels in Kolumbien: Escobar, das Cali-Kartell, das Medell\u00edn-Kartell. Es gab Geld in Kolumbien, aber irgendwann war das Geld weg, die Firma, wo ich arbeitete, machte Pleite. Meine Angeh\u00f6rigen, die immer noch hier in Caquet\u00e1 lebten, sagten mir:<\/p>\n<p>\u2013Komm doch nach Remolino del Cagu\u00e1n, hier gibt es Arbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da musste ich nicht lange \u00fcberlegen und kehrte zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Remolino lebte gegen\u00fcber von meiner Arbeitsstelle eine Witwe; heute ist sie meine Frau und wir leben schon zw\u00f6lf Jahre zusammen. Sie besa\u00df einen kleinen Laden; den haben wir ausgebaut und heute leben wir beide davon.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Von Remolino aus, wo ich lebe, sind es mit dem Motorboot mindestens vier Stunden bis Cartagena del Chair\u00e1. Das liegt an den Kurven im Flusslauf, dass die Fahrt so lange dauert. Man kann auch ein Verkehrsmittel benutzen, das wir \u201cLinienboot\u201d nennen; das ist ein gro\u00dfes Kanu, das Passagiere und Fracht bef\u00f6rdern kann. Damit dauert die Reise aber den ganzen Tag. Man f\u00e4hrt um sechs Uhr morgens los und kommt am Nachmittag um vier oder f\u00fcnf Uhr in Cartagena del Chair\u00e1 an, je nachdem, wie der Wasserstand ist. Je mehr Wasser der Fluss f\u00fchrt, umso schneller kommt man an. Andere Verkehrsmittel gibt es nicht. Wir arbeiten daran, eine Schneise durch den Wald zu schlagen, um eine Stra\u00dfe zu bauen. Aber uns fehlen Steine, wir haben auch keinen Schotter, und da, wo es Schotter gibt, am Berghang, da sind es private Steinbr\u00fcche. Deshalb geht der ganze Verkehr \u00fcber den Fluss: Menschen und Waren, alles geht \u00fcber den Rio Cagu\u00e1n.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-1 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_full pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/3.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Seit wir in diese Gegend gekommen sind, seit mein Gro\u00dfvater und die anderen Siedler gekommen sind, die hier begonnen haben, den Wald zu roden, bis vor zehn oder zw\u00f6lf Jahren, beruhte die ganze Wirtschaft hier auf dem Kokaanbau. Der Vorteil war, dass man die Koka immer sofort verkaufen konnte. Jedes Kind konnte ein Kilo Koka anschleppen und hatte das Geld sicher.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\" style=\"padding-left: 2em;\">\n<p>Aber als dann die Spr\u00fchflugzeuge <sup>*<\/sup> kamen, die alles niedergemacht haben, sogar das Weideland, haben die Menschen gemerkt, dass das Ganze keine Alternative war und sie haben sich der Viehwirtschaft zugewandt. Aber um ehrlich zu sein, haben wir dabei nie an die Problematik der Abholzung gedacht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 comillas-detalle \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2 detalle_text\">Die Bespr\u00fchung der Kokaanbaufl\u00e4chen aus der Luft mit Glyphosat in den Jahren 2004 und 2005 f\u00fchrte dazu, dass sich der Kokaanbau von Caquet\u00e1 in andere Landesteile wie Nari\u00f1o, Putumayo und Norte de Santander verlagerte.<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 left\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/4.jpg\" \/> <img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/5.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 simple \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\">\n<p>Die Institutionen sagen, der illegale Anbau sei einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die Abholzung der W\u00e4lder. Das glauben wir nicht, denn mit nur zwei Hektar Kokaanbau kann eine ganze Familie sorglos leben. Aber mit den Eink\u00fcnften aus zwei Hektar Weideland verhungert man. Das ist das Problem. In erster Linie, weil uns hier keine Technologien zur Verf\u00fcgung stehen. Was macht der Bauer also, wenn er Viehzucht betreibt? Er holzt den Wald ab. Er rodet den Wald bis auf den letzten Baum, aber dabei denkt er meistens nicht an die Wasservorr\u00e4te.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er f\u00e4llt die B\u00e4ume, brennt das Unterholz ab, bew\u00e4ssert das Land, und nach drei oder vier Monaten kann er schon das Vieh weiden lassen. Oft muss er nicht einmal einen Zaum bauen, denn dieses Weideland ist auf allen Seiten von Wald eingeschlossen. Aber das ist ein Problem, denn bei dieser Produktionsweise haben die Leute gemerkt, dass die Waldfl\u00e4chen immer weiter abnehmen, und das, obwohl es nat\u00fcrlich Vorschriften gibt. Wir haben ein Handbuch, wo alles geregelt ist: gesellschaftliche Angelegenheiten, wirtschaftliche Angelegenheiten, Umweltschutz. F\u00fcr alles gibt es Vorschriften und die gelten f\u00fcr den ganzen Kreis Cartagena del Chair\u00e1, mit Ausnahme des Stadtgebiets.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Angeblich soll sich die Guerilla diese Vorschriften ausgedacht haben. Das stimmt aber nicht, das waren wir selbst, und die Vorschriften wurden im Einklang mit der Verfassung und den Gesetzen angewendet.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\n<p>In dem Handbuch wird festgelegt, dass man auch um den kleinsten Bach auf jeder Seite zehn Meter Auwald belassen muss; bei gr\u00f6\u00dferen B\u00e4chen zwanzig Meter; bei Fl\u00fcssen f\u00fcnfzig Meter und bei breiten Str\u00f6men wie dem Cagu\u00e1n sogar hundert Meter auf jeder Seite. Aber die Leute haben sich nicht daran gehalten und haben einfach alles abgeholzt. Die Viehzucht wurde extensiv betrieben und verwandelte sich in eine Art Monokultur <sup>*<\/sup>. Und die Viehzucht ist ja die einzige rentable Wirtschaftsform, denn wenn man etwas anbaut, zum Beispiel Bananen, gibt es keine M\u00f6glichkeit, die Ernteprodukte abzutransportieren. Es gibt ja keine Stra\u00dfenverbindungen hier und der Transport \u00fcber die Fl\u00fcsse ist sehr kostspielig. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr dreihundert Pesos pro Kilo zahlen. Dieses Geld holen wir nie wieder rein.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 comillas-detalle \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2 detalle_text\">Nach Angaben des staatlichen Instituts f\u00fcr Hydrologie, Meteorologie und Umweltforschung IDEAM war die Provinz Caquet\u00e1 im ersten Halbjahr 2017 die Region mit den meisten Fr\u00fchwarnungen aufgrund von Abholzung in Kolumbien. Der Kreis Cartagena del Chair\u00e1, zu dem der Ort Remolino del Cagu\u00e1n geh\u00f6rt, ist der Kreis mit der zweith\u00f6chsten Anzahl an Warnmeldungen.<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 right\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/6.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p>Bei den sozialen Organisationen wissen wir, dass die Abholzungsarbeiten immer in den beiden letzten Monaten des Jahres und in den beiden ersten Monaten des n\u00e4chsten Jahres durchgef\u00fchrt werden. Deshalb haben wir eine Fr\u00fchwarnung abgegeben, wir haben angek\u00fcndigt, dass nach dem Abzug der Guerilla die frei werdenden Grundst\u00fccke besetzt werden w\u00fcrden und dass dann die W\u00e4lder gerodet w\u00fcrden, und genau das ist auch geschehen.<br \/>\nBisher hatte die Guerilla <sup>*<\/sup> das verhindert, aber nach dem Friedensabkommen haben die Beh\u00f6rden es nicht geschafft, das Problem unter Kontrolle zu bekommen und es ist immer schlimmer geworden.<\/p>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1 detalle_text\">Die Provinz Caquet\u00e1 war eins der Hauptkampfgebiete im Krieg zwischen dem kolumbianischen Staat und den FARC, die w\u00e4hrend des von Andr\u00e9s Pastrana initiierten Friedensprozesses die Kontrolle \u00fcber gro\u00dfe Teile der Region \u00fcbernahmen und dort sogar die Aufgaben einer Umweltbeh\u00f6rde wahrnahmen, indem sie den Verlauf der Landwirtschaftsgrenze festlegten.<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Mit den Vereinbarungen kommt auch die Landreform und die Aufteilung des Lands, damit die etwas bekommen, die bisher nichts oder nur wenig haben. Und wir fragen uns nat\u00fcrlich, was mit den Landg\u00fctern passieren soll, die 200 oder 300 Hektar umfassen und fast nur aus Wald bestehen. Die Leute, die 400 Hektar besitzen, wissen ja, dass ihnen das nicht alles wirklich zugesprochen wird. Deshalb verkaufen sie jetzt alles bis auf 67 Hektar, die sie behalten d\u00fcrfen, zum halben Preis. Und die neuen Eigent\u00fcmer holzt als Erstes alles ab, ohne lange nachzudenken. Auf diese Weise wird der Wald vernichtet.<sup>*<\/sup><\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 comillas-detalle \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2 detalle_text\">Der erste Punkt des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC-EP betrifft eine integrale Landreform, welche Landzuteilung, Beurkundung von Eigentumsverh\u00e4ltnissen und Ma\u00dfnahmen zur Produktivit\u00e4tssteigerung beinhaltet. Diese Reform bedeutet f\u00fcr den kolumbianischen Staat eine ungeheure Herausforderung, so wie sie es auch historisch immer gewesen ist. Gegenw\u00e4rtig befindet sich die entsprechende Gesetzesinitiative in der parlamentarischen Debatte. Von verschiedenen Seiten wurde die Bef\u00fcrchtung ge\u00e4u\u00dfert, dass dabei die Rechte der Konfliktopfer, die als Angeh\u00f6rige ethnischer Gruppen aus ihrer Heimat vertrieben wurden, zugunsten der Interessen von Gro\u00dfgrundbesitzern \u00fcbergangen werden.<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 Title \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100\" style=\"text-align: right; font-size: 1.2em; font-weight: 500; padding: 2em 0em 1em;\">\n<h2>WIR,<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>DIE GUERILLA UND DAS GESETZ<\/h2>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Es ist ja kein Geheimnis, dass es in unserer Gegend die Guerilla war, die f\u00fcr Ordnung gesorgt hat. Nat\u00fcrlich haben die uns nicht st\u00e4ndig eine Pistole an den Kopf gehalten. F\u00fcr uns war die Guerilla viel besser als die Regierungstruppen. In meinem Fall waren es ja die Regierungstruppen, die mich sechs Jahre ins Gef\u00e4ngnis gesteckt haben, wegen angeblicher Guerillat\u00e4tigkeit.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\" style=\"padding-left: 2em;\">Die Guerilla war wie ein B\u00fcrgermeister. Die haben nicht mit jedem einzelnen gesprochen, sondern nur mit den F\u00fchrern. Diejenigen von uns, die an der Spitze von Organisationen standen, hatten wohl oder \u00fcbel einen viel engeren Kontakt mit der Guerilla.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Als in der Regierungszeit von Uribe der \u201epatriotische Plan\u201c <sup>*<\/sup> in Kraft trat, hielten die Regierungstruppen, die in unsere Region kamen, nat\u00fcrlich jeden f\u00fcr einen Guerillak\u00e4mpfer, so als w\u00fcrden wir das Abzeichen der FARC mit den gekreuzten Gewehren auf der Stirn tragen. Die hielten uns alle f\u00fcr Guerillak\u00e4mpfer, ohne Ausnahme.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2 detalle_text\" style=\"padding-left: 2em;\">Bei dem \u201cpatriotischen Plan\u201d handelte es sich um eine massive Milit\u00e4roffensive, die von 2003 an in den Provinzen Meta, Caquet\u00e1 und Putumayo durchgef\u00fchrt wurde, um die mutma\u00dflichen R\u00fcckzugsgebiete der FARC-EP unter Kontrolle zu bringen. W\u00e4hrend der Operation kam es zu Gewaltexzessen seitens des Heeres und der Polizei sowie zu klaren Verletzungen der Menschenrechte und des internationalen humanit\u00e4ren Rechts.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-Texto full combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 left\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/7.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-1 simple \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\">Ob wir, die einfachen Leute und die F\u00fchrer, mit der Guerilla gesprochen haben? Na klar! Das haben wir ja nie bestritten. Ob wir uns mit ihnen getroffen haben? Klar! Was h\u00e4tten wir denn sonst tun sollen? Uns weigern? Nein, das w\u00e4re nicht m\u00f6glich gewesen. Das hat nie jemand verstanden, und das Problem ist, dass die Regierung von den Streitkr\u00e4ften Ergebnisse verlangt hat und dass die Streitkr\u00e4fte diese Ergebnisse dann geliefert haben, auf welche Art auch immer.<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\">\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber sei erw\u00e4hnt, was Carlos Casta\u00f1o von den AUC <sup>*<\/sup> damals in einem Interview sagte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2013Von Cartagena del Chair\u00e1 flussabw\u00e4rts kann man nicht einmal dem Pfarrer vertrauen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2 detalle_text\" style=\"padding-left: 2em;\">AUC, Vereinigte Selbstverteidigungskr\u00e4fte Kolumbiens, rechtsradikale paramilit\u00e4rische Organisation. Ihr oberster Anf\u00fchrer Carlos Casta\u00f1o gab bis 1996 zahlreiche Interviews, bei denen sein Gesicht nicht zu sehen war. 2000 zeigte er bei verschiedenen Fernsehinterviews erstmals \u00f6ffentlich sein Gesicht.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Und so war es auch; es stellte sich heraus, dass gegen Pfarrer Giacinto Franzoi<sup>*<\/sup>, der f\u00fcr uns in Remolino eine Art Apostel war, ein Haftbefehl vorlag. Er hatte Gl\u00fcck; als er verhaftet werden sollte, war er nicht zu Hause, sonst w\u00e4re es ihm so gegangen wie mir.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2 detalle_text\" style=\"padding-left: 2em;\">Der italienische Geistliche Franzoi kam 1978 in die Provinz Caquet\u00e1. 1988 wurde er Kaplan in Remolino del Cagu\u00e1n. Er setzte sich ma\u00dfgeblich f\u00fcr das Projekt Chocagu\u00e1n ein, ein b\u00e4uerliches Unternehmen, das in der ansonsten ausschlie\u00dflich von Kokaanbau gepr\u00e4gten Amazonasregion Kakao produzierte. Das Unternehmen wurde 2004 mit dem Nationalen Friedenspreis ausgezeichnet. Sp\u00e4ter wurde der Geistliche beschuldigt, Geld an die FARC abgef\u00fchrt und im Pfarrhaus Waffen versteckt zu haben. Im Jahr 2008 stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen ihn ein und er kehrte nach Italien zur\u00fcck<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\n<p>Damals hatte ich in unserer Gemeinschaft f\u00fcnf verschiedene \u00c4mter: Ich war Koordinator f\u00fcr unseren Bezirk, Vizepr\u00e4sident des Kommunalrats von Remolino, Vertreter des Stra\u00dfenbaukomitees f\u00fcr den gesamten Bezirk 2, Kandidat f\u00fcr den Kreisrat, aber ich konnte nicht gewinnen, weil es gar keine Wahlen gab; die Armee sagte, die Wahlen k\u00f6nnten nicht stattfinden, weil die Voraussetzungen nicht erf\u00fcllt seien, um Wahllokale einzurichten. Au\u00dferdem war ich auch noch Vorsitzender des Schulelternbeirats. Das alles machte ich damals, bis eines Tages die Armee kam und viele von uns ins Gef\u00e4ngnis steckte.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-1 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_full pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/8.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Das ist schlimm; es ist schlimm, wenn man den ganzen Tag in den vier W\u00e4nden einer Gef\u00e4ngniszelle eingesperrt ist und den Himmel nicht sehen kann. Ich habe viel gelesen; im Gef\u00e4ngnis habe ich 174 B\u00fccher gelesen. Ich bin nur bis zum Abitur gekommen; aber durch die B\u00fccher, die ich gelesen habe, habe ich viel gelernt.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Mit drei anderen wurde ich in Remolino del Cagu\u00e1n festgenommen, von dort wurden wir in einem Hubschrauber nach Pe\u00f1as Coloradas gebracht, und von dort ebenfalls im Hubschrauber auf den St\u00fctzpunkt Tres Esquinas am Ufer des R\u00edo Caquet\u00e1. Von dort ging es im Flugzeug nach Bogot\u00e1, wir wurden nach Paloquemao gebracht, blieben 53 Tage dort, und dann ging es im Flugzeug nach Florencia. In Florencia verbrachten wir fast unsere ganze Haftzeit, bis wir zum Gerichtsverfahren in das Gef\u00e4ngnis La Picota gebracht wurden. Wir hatten gro\u00dfe Angst davor, in eins der gro\u00dfen Gef\u00e4ngnisse gesperrt zu werden, denn man hatte uns gesagt, das sei schlimmer als die H\u00f6lle. Deshalb bem\u00fchten wir uns, m\u00f6glichst nahe bei unseren Familien inhaftiert zu werden, und das war f\u00fcr uns eben Florencia. Aber das Verfahren musste in Bogot\u00e1 stattfinden, und deshalb verbrachten wir drei Monate im Gef\u00e4ngnis La Picota.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Einer der Hauptanklagepunkte, die uns \u2013 wir waren insgesamt 22 \u2013 vorgeworfen wurden, war, als Strohm\u00e4nner fungiert zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2013Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war die Frage, die wir beantworten sollten; genau diese Worte gebrauchte die Richterin. Die meisten der Mitangeklagten verstanden die Frage gar nicht und sahen mich mit gro\u00dfen Augen an.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 right\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/9.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p>\u2013Wovon ihr lebt, sagte ich.<\/p>\n<p>Und einer nach dem anderen antwortete:<\/p>\n<p>\u2013Ich habe einen kleinen Hof.<\/p>\n<p>\u2013Wie gro\u00df ist der Hof?<\/p>\n<p>\u2013150 Hektar.<\/p>\n<p>-300.<\/p>\n<p>\u2013Meiner 200.<\/p>\n<p>\u2013Meiner ist 500 Hektar, fast 600 Hektar.<\/p>\n<p>\u2013Und Sie wollen mir weis machen, das Sie keine Strohm\u00e4nner sind?, sagte die Richterin.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 right\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/10.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p>Klar, das ist viel Land. Das Problem ist, dass man das nicht mit den landwirtschaftlichen Betrieben in der Umgebung von Bogot\u00e1 oder im Ausland vergleichen kann.<\/p>\n<p>\u2013Frau Richterin, erlauben Sie, dass ich Ihnen das Ganze ein wenig erkl\u00e4re?<\/p>\n<p>\u2013Bitte, Don Rafa, erkl\u00e4ren Sie mir, warum Sie keine Strohm\u00e4nner sind.<\/p>\n<p>Ich sagte:<\/p>\n<p>\u2013Das ist ganz einfach. Wir leben in einer Region, wo das Land nichts wert ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\n<p>Ich spreche von 2008, als ein Hektar Weideland oder Bergwald 300.000 Pesos Wert war. Ein Grundst\u00fcck mit 300 Hektar bekam man also fast umsonst. In anderen Landesteilen kann ein Hektar gut und gerne 300 Millionen Pesos kosten, aber hier nicht.<br \/>\nIch sagte sogar:<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>\u2013Frau Richterin, wenn Sie dorthin fahren und ein Landgut besitzen wollen, dort gibt es herrenlose Grundst\u00fccke von tausend Hektar oder soweit das Auge reicht. Sie brauchen nur zu sagen, das geh\u00f6rt mir, denn das ist herrenlos. Deshalb sind wir auch keine Strohm\u00e4nner. Jemand kann ein Grundst\u00fcck von 500 Hektar haben, aber das ist keine 300 Millionen Pesos wert, das ist es nicht wert.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\" style=\"padding-left: 2em;\">\n<p>Nach dem ganzen Sermon wurde es der Richterin klar, dass das Land weder f\u00fcr uns noch f\u00fcr den Staat viel wert war.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ IMG-1 full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_img colum_full pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/11.jpg\" \/><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Der zweite Anklagepunkt gegen uns lautete auf Rebellion. Es gab Leute aus Remolino, die Guerillak\u00e4mpfer gewesen waren und uns beschuldigten, ebenfalls der Guerilla anzugeh\u00f6ren. Nur zwei dieser Personen konnten wir in dem Verfahren zur Rede stellen, und auf unsere Fragen hin mussten sie zugeben, dass sie gelogen hatten. Mir wurde zum Beispiel vorgeworfen, ich h\u00e4tte die Leute in Remolino gezwungen, zur Wahl zu gehen. Also fragte ich den Mann:<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\" style=\"padding-left: 2em;\">\n<p>\u2013Wann waren die letzten Wahlen in Remolino?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er dachte nach und sagte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2013Das war 2001.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Also sagte ich:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>-Und wie soll ich dann die Leute gezwungen oder gehindert haben, zur Wahl zu gehen, wenn ich damals gar nicht in Remolino gelebt habe? Ich bin 2003 nach Caquet\u00e1 zur\u00fcckgekehrt und daf\u00fcr gibt es jede Menge Zeugen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">Es gab viele Unstimmigkeitem, und so wurde schnell klar, dass es sich vom Zeitpunkt der Festnahme an um ein abgekartetes Spiel gehandelt hatte. Ich erinnere mich an eine Nachbarin, die mir gegen\u00fcber wohnte, die Polizei kam mit einem Haftbefehl und in der Verzweiflung sagte ihr Mann, alles, wessen sie beschuldigt werde, nehme er auf sich. Der Staatsanwalt, der bei der Festnahme anwesend war, sagte nur:<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\" style=\"padding-left: 2em;\">\u2013Alles klar, wenn das so ist, kein Problem.<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Er nahm den Haftbefehl, zerriss ihn, warf die Schnipsel in einen Papierkorb und stellte einen neuen Haftbefehl auf den Namen des Mannes aus. Sie mussten ja nur Ergebnisse vorweisen; wer verhaftet wurde, spielte letztlich keine Rolle.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_1\">\n<p>Durch unsere Verhaftung wurde die Auseinandersetzung zwischen der Zivilbev\u00f6lkerung und der Armee noch weiter polarisiert, denn die Leute begannen, Forderungen an die Armee zu stellen und diese als Feind anzusehen, als zahlreiche unschuldige Leute festgenommen wurden<sup>*<\/sup>. Von den 39 Personen, die bei uns verhaftet wurden, sind bis auf sechs alle wieder freigelassen worden. Und auch bei den sechs lag es nur daran, dass f\u00fcr sie die Sondergerichtsbarkeit zust\u00e4ndig war und die k\u00f6nnen die Leute nicht einfach so freisprechen, sie wussten, dass sie \u00c4rger bekommen, wenn sie niemanden verurteilen. Aber heute sind die beiden Heeresgefreiten, die die Ermittlungen angestellt haben, f\u00fcr dieses abgekartete Spiel zu neun und elf Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt; und der Staatsanwalt, der die Verhaftungen in Remolino geleitet hat, sitzt wegen unrechtm\u00e4\u00dfiger Bereicherung in den USA im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3 detalle_text\">Im Zuge der Umsetzung des \u201epatriotischen Plans\u201c wurden aus der Zivilbev\u00f6lkerung zahlreiche Vorw\u00fcrfe wegen willk\u00fcrlicher Verhaftung, gewaltsamem Verschwindenlassen, Folter, entw\u00fcrdigender Behandlung, Beschimpfungen und au\u00dfergerichtlichen Hinrichtungen erhoben. Dies ging einher mit der systematischen Kriminalisierung, gerichtlichen Verfolgung und Einsch\u00fcchterung von politischen Aktivisten und sonstigen Bewohnern der Gebiete, in denen der Plan umgesetzt wurde.<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-IMG full \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContentFull layout_text_img colum_2 right\">\n<div class=\"box_1\"><img src=\"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/wp-content\/themes\/CRONICAS\/assets\/images\/historias\/single-romper-el-monte\/12.jpg\" \/><\/div>\n<div class=\"woowContent1100 pure-g box_2\">\n<div class=\"woowTheContent pure-u-1-1 pure-u-md-1-3\">\n<p>Seit knapp drei Jahren ist das ganze Kriegsgeschehen Geschichte. Diese st\u00e4ndige Ungewissheit hat angedauert, bis es die Friedensvereinbarungen gegeben hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzt, wo die Guerilla die Waffen niedergelegt hat und nicht mehr da ist, k\u00f6nnen die Institutionen t\u00e4tig werden, wenn sie wollen, und Kolumbien ist nun frei f\u00fcr den \u00dcbergang. Es ist n\u00f6tig, dass die Institutionen erfahren, welche Zust\u00e4nde hier herrschen, damit wir bald das einfordern k\u00f6nnen, was uns zusteht, damit unsere Bed\u00fcrfnisse sichtbar werden, denn das sind viele.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-2 combinado \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_2 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-2-3 box_2\">\n<p>Aber der Staat besteht ja nicht nur aus den Institutionen; der Staat sind wir alle. Zumindest auf dem Papier ist es so, in Wirklichkeit aber gibt es die M\u00e4chtigen, die von oben nach ihrem Gutd\u00fcnken die Gesetze festlegen. Dabei sollten alle das Recht haben, ihre Meinung zu sagen, ohne deshalb Probleme zu bekommen. Aber auch nach dem Friedensabkommen ist es so, dass es mir nicht gut bekommt, wenn ich ins Dorf gehe und dort rumerz\u00e4hle, dass ich Kommunist bin.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<p><!--\/\/\/\/ Texto-3 comillas \/\/\/\/--><\/p>\n<article class=\"woowContent1100 layout_text colum_3 pure-g\">\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_1\"><\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_2\" style=\"padding-left: 2em;\">\n<p>Obwohl ich als angeblicher Guerillak\u00e4mpfer im Gef\u00e4ngnis war, hatte ich nie die Absicht, mich der Guerilla anzuschlie\u00dfen. Nie. Ich bin links, das bestreite ich gar nicht, ich bin seit vielen Jahren Kommunist, ich denke, mir ist ziemlich klar, was l\u00e4uft.<br \/>\nIch arbeite nicht nur im Handel, ich mache auch soziale Arbeit als Aktivist. Die Leute nennen mich Pr\u00e4sident, aber wir sagen dazu Koordinator der Verbandsgemeinde; mein Verband besteht aus zwanzig Ortschaften im Gebiet von Remolino del Cagu\u00e1n.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pure-u-1-1 pure-u-md-1-3 box_3\"><\/div>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4lder, Krieg und Aktivisten im kolumbianischen Amazonastiefland <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":270,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/268"}],"collection":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=268"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":280,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/268\/revisions\/280"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/270"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=268"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/cronicasdesarmadas.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}